Vortrag: Prof. Dr. Susanne Schröter Goethe-Universität Frankfurt/Main

Ort: Stadtbibliothek Erlangen Marktplatz 1

Datum: Donnerstag, den 28. April 2022

Beginn:19:30 Uhr Eintritt frei

Veranstaltet vom Türkisch-Deutschen Solidaritätsverein Erlangen (TDS) in Kooperation mit der Stadtbibliothek Erlangen

„Politischer Islam: Wenn religiöse Gesetze mehr gelten als weltliche“

Vielen Menschen fehlt das Wissen über die Ursprünge und die Ausprägungen des politischen Islam, um Konfliktsituationen richtig einschätzen, angemessen argumentieren und handeln zu können

Dr. Susanne Schröter, geboren in Nienburg/Weser, ist Gründerin und Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), Professorin am Institut für Ethnologie an der Goethe Universität Frankfurt, und Vorstandsmitglied des Deutschen Orient-Instituts. Sie ist im wissenschaftlichen Beirat der „Bundeszentrale für politische Bildung“ und in der österreichischen Dokumentationsstelle Politischer Islam, sowie Mitglied im „Expertenkreis Politischer Islamismus“ des Bundesinnenministeriums.
In ihrem Vortrag warnt die Ethnologin Prof. Dr. Susanne Schröter vor der Ausbreitung des politischen Islam in Deutschland. Auch in den großen muslimischen Dachverbänden findet sie teils eine islamistische Ideologie. Politischer Islam sei im Kern demokratiefeindlich, erklärt Prof. Schröter, weil er den Vorrang des religiösen Gesetzes vor dem weltlichen vertrete. Sie zeigt auf, was manche deutschen Moscheevereine mit den ägyptischen Muslimbrüdern oder iranischen Mullahs verbindet, und welche personellen Überschneidungen es zwischen verschiedenen Organisationen gibt.

Vortrag: Dr. Etem Ete Psychiater und Neurologe, Hamburg

Ort: vhs club international Friedrichstraße 19, 91054 Erlangen

Datum: Donnerstag, den 02.Juni 2022

Beginn:19:30 Uhr Eintritt frei

Veranstaltet vom Türkisch-Deutschen Solidaritätsverein Erlangen (TDS) in Kooperation mit dem vhs club international

„Probleme und Chancen in der Migrationsgesellschaft“

Geboren 1943 in Istanbul und herangewachsen in Ankara, beschließt der Abiturient Etem Ete 1961 nach Deutschland zu gehen, um in Kiel Medizin zu studieren. Nach einem kurzen Intermezzo in der Türkei als Militärarzt kehrt er nach Deutschland zurück und arbeitet zunächst in Kliniken, später in eigener Praxis als Psychiater in seiner Wahlheimat Hamburg. Etem Etes Autobiographie "Die Augenblicke erleben" (deutsche Übersetzung erschienen 2021, Verlag Auf dem Ruffel) ist aber weit mehr als die Geschichte einer medizinischen Laufbahn. Seine Erinnerungen an die politische Prominenz Ankaras sind ebenso spannend und lehrreich wie die Darstellung der eigenen aktiven politischen Arbeit in Deutschland, die mit den bewegten Jahren um 1968 beginnt. Es sind auch die Jahre der Anwerbung u.a. türkischer Arbeitskräfte, und Ete versäumt es nicht, die Situation der Menschen aus der Türkei, die er oft ärztlich betreut hat, aus seiner fachärztlichen und aus einer allgemeinen, kulturpolitischen Sicht zu beleuchten. Ete war als Facharzt für Psychiatrie über dreißig Jahre in vielerlei Hinsicht aktiv. Er spezialisierte sich auf die Gebiete Migrationspsychiatrie und transkulturelle Psychiatrie. Zudem war er bei Gerichten und Sozialversicherungsträgern jahrelang als Gutachter tätig. Er trug mit seinen Studien zu zahlreichen Fachkonferenzen bei und war mit seinen Artikeln an vielen Fachpublikationen im Gebiet der Psychiatrie beteiligt.