Der Türkisch-Deutsche Solidaritätsverein (TDS) veranstaltete am 24. März 2022 einen Vortrag von Dr. Lale Akgün in der Erlanger Stadtbibliothek.

Vortrag: Dr. Lale Akgün

„Säkular. Sozial. Demokratisch – Ein Plädoyer für die Trennung von Religion und Politik“

Es fehlt in Deutschland der differenzierte Blick auf den Islam als individuelle Religion, aber auch als politische Kraft. Dieselben Personen, die sich entschieden von rechten Positionen innerhalb der Mehrheitsgesellschaft distanzieren, werden sehr nachsichtig, wenn es um den politischen Islam und dessen rechte Positionen geht. Die Gefahr, die vom politischen Islam ausgeht, wird relativiert, vielleicht erkennt man sie nicht, vielleicht will man sie nicht erkennen.

Frau Dr. Lale Akgün, geboren in Istanbul-Türkei, stammt aus einem sozialdemokratischen Elternhaus und wollte ihrer politischen Überzeugung auch eine politische Heimat geben. Inhaltlich hat sie sich – auch bedingt durch ihren Beruf – stets besonders im Bereich der Sozialpolitik engagiert, dort besonders zu Migrations- und Integrationfragen. Die Motivation für ihr persönliches und berufliches Engagement bezog sie aus ihren sozialdemokratischen Grundsätzen und setzte es in praktische Arbeit um. Sie hat als Psychologin und Therapeutin in den sozialen Brennpunkten Kölns gearbeitet und dort nach den Grundsätzen der gemeindenahen Psychotherapie Menschen in ihren sozialen Bezirken aufgesucht und beraten. Sie ist der festen Überzeugung dass die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Menschen nicht auf fehlende Begabungen und Befähigungen zurückzuführen sind, sondern auf fehlende Chancengleichheit. Ihre beraterische und therapeutische Arbeit sollte Menschen stärken und ihnen das Selbstbewusstsein geben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu handeln.


Der Türkisch-Deutsche Solidaritätsverein (TDS) zeigte vom 18. November 2021 bis 11. Januar 2022 Karikaturen von Hayati Boyacıoğlu in der Erlanger Stadtbibliothek.

zum Betrachten der Karrikaturen bitte auf das Bild klicken


HAYATİ BOYACIOĞLU, geboren in Istanbul-Türkei, studierte Germanistik, Publizistik und Pädagogik in Berlin. Boyacıoğlu wendet in seinen Zeichnungen die Methode der „partizipativen Beobachtung“ an, die bereits ein Thema in seiner Masterarbeit war. Er hat ein Cartoon Album namens „Integrationale Begegnungen“ herausgegeben, in dem er sich auf antirassistische Cartoons über Einwanderungsleben und Multikulturalismus konzentriert . Boyacıoğlu’s Karikaturen wurden in vielen Zeitschriften, Büchern und Zeitungen veröffentlicht, wie zum Beispiel "Die Brücke" in Saarbrücken, "Donquichotte" in Stuttgart und Fire in Oslo. Mit Fokus auf Themen rund um die Türkei in Zeiten von Corona treffen Boyacıoğlu’s Karikaturen fast täglich auf Humorliebhaber in den sozialen Medien. Boyacıoğlu hatte bislang zwanzig Einzelausstellungen in Deutschland und ist Mitglied der internationalen Karikaturisten-Organisation „Cartooning for Peace“ mit Sitz in Frankreich und der deutschen Karikaturisten-Vereinigung „Cartoonlobby“. Boyacıoğlu, der als Lehrer in Berlin arbeitet, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Über Hayati’s Karikaturen: Hayati’s Cartoons betonen die Widersprüche und Absurditäten, die entstehen, wenn unterschiedliche Klassen, Kulturen, Identitäten, Moralverständnisse und Bildungsniveaus aufeinandertreffen. Auch Deutschland, mittlerweile offiziell als Einwanderungsgesellschaft anerkannt, ist ein ideales Land für solche Begegnungen. Wenn sich Menschen begegnen, werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlicher. Auch Hayati’s „Striche“ werden von diesen Momenten der Begegnung genährt. Eines der Hauptthemen von Hayati’s Cartoons ist natürlich die Türkei, wo in den letzten zwei Jahrzehnten unterschiedliche Lebensstile deutlicher aufeinanderprallen. Der gemeinsame Nenner aller seiner Cartoons ist die Beobachtung…

Siehe dazu auch folgende Beiträge:
Blog Stadtbibliothek Erlangen von Marlene

Karikaturen von Hayati Boyacioglu

Presse Neue Ausstellung
Türkische Karikaturen in der Stadtbibliothek Erlangen
Von Peter Millian Türkische Karikaturen in der Stadtbibliothek Erlangen von Peter Millian (25.11.2021)