Er gehört zu den umstrittensten Staatsmännern der Gegenwart: der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Im Juni wurde er wiedergewählt und mit nahezu unbeschränkter Machtfülle ausgestattet. Seine Politikerlaufbahn ist facettenreich, führte ihn 1999 sogar für vier Monate ins Gefängnis - wegen Volksverhetzung. An der Spitze des Landes sorgt er - zumindest im Ausland - mit der Demontage rechtsstaatlicher Institutionen, einem schillernden Verhältnis zum Islamismus und dem Militäreinsatz in Syrien für tiefe Sorgenfalten. Wohin wird der 64-jährige, der sich gern Reis (Führer, Kapitän) nennen lässt, den NATO-Bündnispartner und die Kulturnation Türkei führen? Und was bedeutet das für die Türken in Deutschland oder das Flüchtlingsabkommen?